Wie reagiere ich auf Fangfragen im Bewerbungsgespräch?

Wie reagiere ich auf Fangfragen im Bewerbungsgespräch?

Fangfragen im Bewerbungsgespräch gehören zu den unangenehmsten, aber auch am häufigsten eingesetzten Strategien von Personalverantwortlichen. Der Begriff „Fangfragen“ bezeichnet Fragen, die nicht unbedingt eine richtige oder falsche Antwort haben, sondern darauf abzielen, den Bewerber aus der Reserve zu locken, die Reaktionsfähigkeit zu testen und mehr über die Persönlichkeit und Denkweise herauszufinden. Solche Fragen können äußerst unterschiedlich sein: Manche wirken auf den ersten Blick logisch, sind aber bewusst schwer zu beantworten, andere erscheinen fast absurd und sollen einfach nur Spontaneität und Kreativität prüfen. Ein klassisches Beispiel ist die Frage nach dem Gewicht einer Boeing 737 – eine Frage, die niemand ohne Hilfsmittel korrekt beantworten kann. Entscheidend ist hier nicht die exakte Zahl, sondern wie man an die Frage herangeht und argumentiert. Der Einsatz von Fangfragen hat mehrere Gründe. Zum einen möchten Recruiter sehen, wie man mit Stress und Unerwartetem umgeht. In einem Bewerbungsgespräch spiegelt sich häufig der Alltag im Job wider: Man muss nicht nur fachlich überzeugen, sondern auch zeigen, dass man mit Druck, Unklarheit und schwierigen Situationen umgehen kann. Zum anderen dienen solche Fragen dazu, Persönlichkeit, Werte und Denkprozesse besser kennenzulernen. Eine ungewöhnliche Frage wie „Was wären Sie im nächsten Leben gerne?“ kann zum Beispiel Einblicke in Kreativität, Selbstbild und Prioritäten geben. Ebenso subtile Fangfragen wie „Was ist Ihre größte Schwäche?“ gehören zu den Klassikern. Diese Frage ist paradox: Nennt man keine Schwäche, wirkt man unglaubwürdig; gibt man eine zu offensichtliche Schwäche an, schadet das der eigenen Bewerbung. Hier ist Ehrlichkeit gepaart mit strategischer Reflexion gefragt: Am besten wählt man eine Schwäche, an der man aktiv arbeitet, und zeigt den Weg seiner Verbesserung auf. Auch Fragen nach Konfliktsituationen, einer Zeit, in der man versagt hat, oder danach, was einem an früheren Vorgesetzten nicht gefallen hat, gelten als Fangfragen. Sie testen nicht nur die Selbstkenntnis, sondern auch die Fähigkeit, professionell zu reflektieren ohne in Lästern oder Schuldzuweisungen abzugleiten.

Tipps für den souveränen Umgang mit Fangfragen

Der wichtigste Grundsatz im Umgang mit Fangfragen lautet: Ruhe bewahren. Ein häufiger Fehler ist hektisches Antworten oder voreilige Reaktionen. Am besten atmet man kurz durch und verschafft sich einen Moment, um über die Frage nachzudenken. Man kann sich auch Zeit verschaffen, indem man die Frage kurz paraphrasiert oder nach dem genauen Kontext fragt, falls einem dieser nicht klar ist. Bei komplexeren oder scheinbar unsinnigen Fragen wie „Wenn Sie ein Tier wären, welches wären Sie?“ gibt es kein richtig oder falsch. Entscheidend ist, dass man eine Antwort gibt, die etwas über einen aussagt – zum Beispiel Stärke, Anpassungsfähigkeit oder Teamgeist – und diese kurz begründet. Wenn man auf eine Fangfrage keine konkrete Antwort weiß, ist ehrliche Reflexion besser als bloßes Ausweichen. So kann man zum Beispiel sagen: „Ich sehe hier mehrere Aspekte, die man berücksichtigen kann…“ und geht dann strukturiert vor. Bei Knobel- oder Schätzfragen lohnt es sich, den eigenen Denkprozess laut mitzuteilen: Recruiter interessiert oft mehr, wie man denkt, als ob man richtig liegt.

Autor: localjob Redakteur

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